Wanderung und Zuwanderung





Wanderungsgeschichte

 

Kerpen, das Rheinland, Nordrhein-Westfalen, aber auch die gesamte Bundesrepublik Deutschland haben eine lange Wanderungsgeschichte. Sie beginnt vor etlichen 10.000 Jahren und weist vielfältige Ereignisse auf:

Kerpen ist, wie viele Städte im Bundesgebiet, jahrhundertelang Schauplatz von Migration gewesen.

Die frühesten Siedlungsspuren hinterließen im Rheinland die Neandertaler etwa 10.000 Jahr vor unserer Zeitrechnung, die aber als Nomaden noch nicht sesshaft waren. Das änderte sich erst um 4.500 v. Chr., als sich Ackerbau und Viehzucht durchsetzten. Danach nahm die Bevölkerung durch Sicherstellung der Nahrungsgrundlagen stetig zu.

 

Im ersten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung drangen die Römer ins Rheinland ein, um die Grenzen ihres Reiches zu sichern und militärische Stärke zu präsentieren. Etwa im fünften Jahrhundert n. Chr. flohen die Römer aus dem Rheinland, weil die Franken es für sich beanspruchten.

Etwa zeitgleich mit den Römern waren im Verlauf der Jahrhunderte auch Juden nach Deutschland gekommen. Sie hatten sich in vielen Städten entlang des Rheins in Speyer, Worms, Mainz und Köln angesiedelt. Im Mai 1096 fielen die Kreuzfahrer des ersten Kreuzzuges nach Köln ein, viele Juden wurden ermordet, manchen gelang die Flucht in die umliegenden Gebiete. Kerpen und Geldern waren die letzten Zufluchtsorte der Juden, wo sie schließlich auch gefangen und die Mehrzahl von ihnen zwangsgetauft wurde.

Von einer durchweg dörflichen Lebensweise entwickelten sich bis zum 13./14. Jahrhundert Städte als Zentren von Wirtschaft und Politik. Handelsrouten entstanden, auf denen Menschen durchzogen oder blieben.

Ende des 13. Jahrhunderts fiel Kerpen an Brabant und wurde 1288 mit dem limburgischen Lommersum vereinigt. 1404 wurde die Doppelherrschaft burgundisch. Nach weiteren Erbfolgen und –teilungen erhielt schließlich 1522 Kaiser Karl V. Spanien und dazu die Niederlande mit Brabant und Kerpen. Es folgte eine lange und wechselvolle Geschichte, in der Kerpen mehrfach verpfändet wurde, bis schließlich Kurfürst Johann Wilhelm von der Pfalz, Herzog von Jülich-Berg, Kerpen 1704 im Verlauf des Spanischen Erbfolgekriegs mit seinen Truppen besetzte. Johann Wilhelm übergab Kerpen seinem Minister Johann Friedrich Graf von Schaesberg, der 1712 von Kaiser Karl VI. zum Reichsgrafen ernannt wurde. Damit endete die Zugehörigkeit Kerpens zu Spanien endgültig.  

Als Folge der französischen Revolution 1789 und der daraus resultierenden Kriege wurde 1794 das gesamte linke Rheinufer von den Franzosen besetzt. Die nächs­ten Jahre waren in Kerpen wie im gesamten Umland durch politische Un­sicherheit und durch enorme materielle Belas­tungen, ver­ur­sacht durch die Fremd­herrschaft, geprägt. Nach seiner verheerenden Nie­derlage 1813 floh Napoleon nach Westen und Kerpen bildete einmal mehr das Durchzugsgebiet für französische, dann für alliierte Truppen. Notleidende waren erneut die Menschen in Kerpen, die den durchziehenden Soldaten Proviant, Vieh­futter, Unterkunft und sogar Pferde stellen mussten.

Die französischen Einflüsse hatten tief greifende Veränderungen hinterlassen, die sich besonders im Wirtschaftsrecht und der Verwaltung auswirkten. Der neu geschaffene Kanton Kerpen erhielt nahezu die Grenzen des heutigen Stadtgebiets.

 1815 wurde anlässlich des Wiener Kongresses eine territoriale Umstrukturierung vorgenommen, mit der Folge, dass das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens im We­sentlichen Teil Preußens wurde. Die Gemeinden des heutigen Kerpener Stadtgebietes wurden dem neuen Kreis Bergheim eingegliedert. Kerpen wurde Für Rheinländer und Westfalen entstanden erhebliche Integrationsprobleme, denn nicht nur die Eingliederung nach Preußen, sondern auch das Zusammenwachsen der sehr unterschiedlichen Regionen war zu bewältigen.

 Ende des 19. Jahrhunderts erfolgte im Zuge der Industrialisierung eine erste große Arbeitsmigration insbesondere in die Städte des Ruhrgebiets. Der ostpreußische Anteil der Bevölkerung lag in Zuzugsgebieten bei 10%.

Sowohl der expandierende Braunkohlenbergbau als auch der Zuckerrübenanbau verursachten Anfang des 20. Jahrhunderts in den heutigen Kerpener Ortsteilen Arbeitskräftemangel, der durch Arbeitsmigranten u. a. aus Schlesien, Bayern, Polen und dem Balkan behoben wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedelten sich hier wie überall Flüchtlinge aus den deutschen Ostgebieten an, ihr Anteil an der Bevölkerung betrug etwa 20 %.

Ende der 1950er Jahre sind Bergbau und Industrie wieder auf Arbeitsmigranten und –migrantinnen angewiesen. 1957 kommen die ersten von ihnen aus Italien, Spanien, Jugoslawien, aus Griechenland, der Türkei und Portugal, später auch aus Tunesien, Marokko und Südkorea.

Während all dieser vielen Migrationsphasen blieben Menschen aus anderen Herkunftsgebieten in Kerpen, manche Einheimische wanderten auch ab. Kerpen wuchs kontinuierlich und auch im Jahr 2009 war trotz mancherorts gegenläufigem Trend der sog. Wanderungssaldo in Kerpen positiv: Mehr Menschen zogen hierher als weg.

 

Zuwanderung 

 

Wenn wir aktuell von Zuwanderung sprechen, ist meist die Zeit ab Beginn der Anwerbung von Arbeitsmigranten und –migrantinnen (Stichwort „Gastarbeiter“) in den fünfziger Jahren gemeint. In den siebziger Jahren kam es zum Anwerbestopp, d.h. es wurde nicht mehr gezielt um ausländische Arbeitskräfte geworben. Aber auch aktuell können bei Vorliegen der Voraussetzungen des Aufenthaltsgesetzes ausländische Staatsangehörige in die Bundesrepublik kommen und hier arbeiten, hier studieren oder ein Unternehmen gründen.  Näheres können Sie über das Ausländeramt der Stadt Kerpen erfahren (siehe Links "Sonstiges"). Dort erhalten Sie auch Informationen zu Integrations- und Sprachkursen.

Europa und andere Staaten

Durch Europäische Richtlinien, die in unsere Verfassung und etliche Bundesgesetze übertragen wurden, sind EU-Bürgerinnen und -bürger den deutschen Staatsangehörigen in vieler Hinsicht gleichgestellt. Unter anderem sind hier lebende Menschen aus anderen EU-Staaten in den Stadtrat wählbar und wahlberechtigt. Kerpenerinnen und Kerpener mit anderen Staatsangehörigkeiten wählen und bilden den so genannten Integrationsausschuss.

 

 

Kerpen Spezial

in diesem Bereich präsentieren wir Ihnen Artikel von Josef Krings, der seit vielen Jahren Beträge in den Kerpener Heimatblättern veröffentlicht.

  1. "Von Jägern, Sammlern, Viehzüchtern und Ackerbauern"

 




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